Die digitale und analoge Welt.


An der Stelle war die Entscheidung schnell gefallen: Digital muss es sein. Da mag auch mein Beruf mitspielen. Denn als Informatiker kann man unmöglich analog fahren. Oder?

Irgendwie treffen hier die Welten zusammen. Viele Schalter, Stellhebel und Trafos mit Kabelwirrwarr unter der Platte stehen einem PC, der Zentrale und etwas weniger Kabelsalat unter der Anlage gegenüber. Ja, auch analoges Fahren hat den Reiz. Nämlich als Modellbahner auf der fertigen Anlage den Part des Lokführers, des Zugführers und der Fahrdienstleiter zu übernehmen. Weichen, Signale und Fahrstraßen schalten und Zug um Zug mit zu wählender Geschwindigkeit auf die Reise schicken. Und ein manueller Automatikbetrieb kann Spaß erzeugen. Oder auch Frust. Wobei jeder von uns mit letzterem immer wieder einmal zu tun hat. Welches Kabel führt noch wohin und soll nun was schalten? Welches Relais mag gerade nicht so wie es sollte? Oder bekommt es gerade nur keinen Kontakt? Usw....

Auch ist ja hier abhängig des Gleisplans automatisch die Anzahl der Trafos vorgegeben. Jeder Stromkreis sollte schon seinen eigenen Trafo haben. Daher ja bei etwas größeren Anlage die schöne Reihe von Trafos. Das nun verhindert bei vernünftiger Aufteilung aber auch eine Überlast des Stromausgangs durch Verbraucher....

Tja. Dann kam digitales in die Analogwelt. Nach relativ einfachen Beginn wurde es hier immer komfortabler. Und es wurde aus vielem des anfänglichen Wirrwars tatsächlich ein für die Modellbahner überschaubares Konzept. Digitales Steuern der Anlage findet sich in heute 2 Formaten wieder: DCC und MM. Wobei MM nun mal das Märklin Format der Steuerung ist. DCC stammt im Ursprung von der Fa. Lenz. Märklin kann aber ab der MS und den CS - Stationen ebenfalls DCC steuern. Und hat gleichzeitig das MM - Format erweitert. In der Basis immer noch MM bekam das System mit dem Mfx ein feine Erweiterung. Was da heißt: Stelle eine Lok mit Märklin Mfx - Decoder auf das Gleis. Die Zentrale erkennt den Decoder und die Lok meldet sich mit allen Werksdaten automatisch an der Zentrale an. Legt das Bild zur Lok ab und diese ist Sekunden später voll steuerbar.

Über Vor- und Nachteile einer solchen automatischen Anmeldung streitet sich das Netz. Ähnlich wie bei Digital oder Analog. Daher wird es hier lediglich erwähnt. An den Stellen ist ein Modellbahner wohl in der Regel immer für eine der Richtungen eingestellt.

Doch sei es drum. Digital schalten und fahren bedeutet nun, ganz grob gesehen, das minimal gesehen nur ein zweipoliges Kabel verlegt werden muss. Darüber lassen sich alle "Befehle" für die Decoder der Lok, der Beleuchtung, der Weichen etc. encodieren und  absenden und der entsprechende Decoder in einem Modell erkennt darüber wann er womit gemeint ist. Und führt diese Befehle aus.

Der Reiz des digitalen liegt aber im Grunde an schaltbaren Funktionen der einzelnen Fahrzeuge. Wie Licht an (Im Stand), Innenbeleuchtung, Telexkupplung, Schlusslicht, Geräusche etc. Aber auch das Bestimmen einer Höchstgeschwindigkeit, der langsamsten Geschwindigkeit, der Beschleunigung und des Abbremsens etc. Hier alles aufzuzählen wäre einfach zu viel. 

In der Summe nun habe ich mich (U.a. auch auf Grund meiner DCC-Erfahrung aus dem H0e - Bereich) für die digitale Welt entschieden. Auch weil ich neu aufbaue.


Und klar: Als Märklin-Fahrer bleibt da nur das MM-Format. Und nach vielen Überlegungen und einem Test mit einer MS2 blieb ich dann beim Hause Märklin. Es gab eine CS3 zur MS2. Dazu ein PC. Mit entsprechender, eigentlich ja überflüssiger, Steuerungssoftware. Doch es wird zusätzlich zur CS3 eine solche gekauft und mit eingesetzt.